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eBooks: Kampf den ‚falschen Rezis‘

eBooks: Kampf den ‚falschen Rezis‘

Ein alter Hut, doch stets aktuell: manipulierte Rezensionen bei Amazon. Nun hat sich auch unter den Indie-Autoren eine Art Rezensions-Mafia gebildet, welche die Szene ernsthaft in Verruf bringen könnte: Eine „geheime“ Gruppe von Autoren, die Positiv-Bewertungen ihrer eBooks selbst schreiben oder von ihren Kollegen verfassen lassen. Eine andere Gruppe manipuliert die Verkaufszahlen ihrer eBooks. Was tun gegen die unseriöse Konkurrenz?

Wenn mir etwas gehörig auf die Nerven geht, dann sind das gerade die regelmäßig geposteten 5-Sterne-Rezensionen in allen möglichen Facebook-Gruppen*. Ungeniert freuen sich einige Autoren ganz öffentlich darüber, wie toll der Kollege das Buch denn angeblich findet. Daß der Rezensent selbst Autor ist, der in den gleichen Autoren-Foren aktiv ist, steht natürlich nicht dabei. Trotzdem kann man damit ja tolle Werbung machen! Fleißig wird der Link zu entsprechender Amazon-Rezension auf die eigene „Fanpage“ und in allen möglichen Leser- und Autoren-Gruppen gepostet. „Seht nur zu, wie toll mich alle finden!

Ob der rezensierende Kollege das Buch bzw. eBook überhaupt gelesen hat? In vielen Fällen wohl leider nicht: denn es handelt sich um  eine organisierte Rezensions-Mafia innerhalb der sog. Indie-Szene*.

Die ‚geheime‘ Rezi-Mafia formiert sich auf Facebook

Herr Adam* hat einen umfangreichen Fantasy-Roman geschrieben. Der perfekte „Bestseller“ in diesem Genre – davon ist er absolut überzeugt! Obwohl einige seiner Freunde bereits positiv über das eBook gebloggt haben, muß er bald feststellen, wie schlecht sich sein erst kürzlich veröffentlichtes eBook tatsächlich verkauft. Woran es wohl liegt? Er habe zu wenig Marketing betrieben, meint eine befreundete Autorin. So meldet sich Herr Adam in diversen Internetforen an und postet dort (in Facebook-Manier) den Hyperlink zu seinem eBook auf Amazon. Es hagelt an Kritik – und nicht nur wegen der plumpen Werbung: Zu viele Rechtschreibfehler, unausgereifter Story-Plot und Charaktere, die insgesamt ‚farblos‘ und wenig plastisch wirken. Auch bei Amazon hinterließ unterdessen ein enttäuschter Leser eine erste negative Rezension. Alles Quatsch, denkt sich unser Herr Adam. Die haben ja alle keine Ahnung!

Zurück bei Facebook erkundet Herr Adam frustriert die neuen Autorengruppen für „Indies“, die dort gerade überall wuchern.

Ein buntes Bild hier, ein kluger Kommentar dort – so bleibt man im Gespräch innerhalb der Szene. Dazwischen ein bißchen Eigenwerbung – und das Beste daran: Kritik geht in der Vielzahl der Posts schnell unter. Perfekt!

Schließlich stößt Herr Adam auf eine Gruppe, die gegenseitige Hilfe bei eBook-Veröffentlichungen verspricht. (Der Administrator der Gruppe ist ein bekannter Name* innerhalb der Szene.) Wenig später wird er in eine weitere Gruppe eingeladen, die lieber unentdeckt bleibt. Die gegenseitige „Autoren-Hilfe“ wird dort etwas näher konkretisiert: man schreibt sich u.a. gegenseitig Rezensionen auf Amazon. Wer wem und wann eine solche Rezension schreibt wird in entsprechenden Listen* ausführlich geplant.

Wenig später freut sich auch Herr Adam über zahlreiche 5-Sterne Rezensionen zu seinem vor wenigen Wochen erschienenen eBook. Das schreibt er auch öffentlich bei Facebook. Natürlich.

Falsche Rezensionen?

Amazon ist auch unter deutschen Autoren sehr beliebt geworden. Da man die dort erworbenen eBooks neben dem eigens vertriebenen Kindle auch auf den unterschiedlichsten (mobilen) Endgeräten* lesen kann, dürfte man als Autor einen weitaus größeren (potentiellen) Leserkreis ansprechen können als anderswo.  Ein Verkaufserfolg auf einem so „überladenen“ Internet-Verkaufportal wie Amazon lässt sich aber durchaus künstlich beeinflussen: z.B. durch (gefälschte) positive Kundenbewertungen. Natürlich kann man nun einwenden, daß der Kunde (bzw. in diesem Falle: der Leser) nicht „dumm“ sei und solche fingierten Bewertungen erkennen könne. Oftmals kann man solche Rezensionen tatsächlich relativ leicht* entlarven. Bei den beiden folgenden Beispielen* könnte es sich um Fake-Rezensionen handeln:

„Wow. Diese Geschichte hat mich voll gepackt, auch wenn ich nichts von der Materie verstehe. [… Erwähnung von Buchtitel und Autorenname …] Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch durchgelesen. [… Noch zwei kurze Sätze zum Inhalt]“

„Absolut überragend, weit über meinen Erwartungen und damit jeden Cent wert!!! Ich kann es nur weiterempfehlen mit 5 Sternen.“

Diese Rezensionen könnten so unter fast jedes beliebige Buch geschrieben werden. Allein dieser Hinweis genügt selbstverständlich nicht, um „falsche Rezensionen“ zu entlarven. Es mag ja durchaus auch ‚ehrliche‘ Rezensenten geben, die solche nichtssagenden Buchbewertungen verfassen. Etwas schlauer wird man allerdings, wenn man sich einzelne Rezensenten-Profile etwas genauer ansieht: Welche weiteren Bücher werden rezensiert? Ist der Rezensions-Umfang immer ähnlich „nichtssagend“? Wie groß ist das Interessensspektrum des jeweiligen „Lesers“? Ein spindeldürrer Mann (Profilfoto), der ein eBook in den höchsten Tönen lobt, mit dem man innerhalb kurzer Zeit >40kg abnehmen könne, erscheint mir zumindest unglaubwürdig. Gerade, wenn er das eBook erst zwei Tage vor der Rezension gekauft hat. (Im Zuge der Recherchen zu diesem Blogartikel war dies noch ein harmloses Beispiel, das ich so tatsächlich gesehen habe.) Ganz so offensichtlich ist es aber leider nicht immer. Ich habe viele gut bzw. glaubwürdig formulierte Rezensionen gelesen, die dennoch nicht „echt“ sind. Wie soll ein Leser – ohne gründliche Recherche – erkennen können, daß sich Rezensent und Autor bereits aus irgendwelchen sozialen Netzwerken kennen? Oder, daß in manchen Fällen bis zu 90% der vorhandenen Rezensionen des eBooks von Autoren stammen, die in genau den gleichen Internetforen aktiv sind?

Angesichts des durchschnittlichen Preises für ein eBook dürfte auch ernsthaft bezweifelt werden, daß ein Leser solchen Aufwand betreiben würde, nur um die Glaubwürdigkeit einzelner Produktbewertungen zu prüfen.

Schweigen aus Angst vor „Shitstorms“

Mir persönlich stellt sich spätestens hier die Frage, warum sich manche Autoren auf diese Weise unbedingt selbst ins Bein schießen* wollen. Ist es Naivität und Unwissenheit, die einzelne Autoren die illegalen Machenschaften dieser Rezi-Mafia tolerieren oder gar noch unterstützen läßt? Und jene, die sich selbst aktiv daran beteiligen: Denken sie, daß diese ganze Sache nicht irgendwann auffliegen würde? Vermutlich schon, denn wer den Mitgliedern entsprechender Facebook-Gruppen irgendwie unangenehm wird, der wird „kollektiv“ niedergetrampelt. Virtuell, versteht sich. In manchen Fällen wurden u.a. bereits Negativrezensionen zu den Büchern anderer Autoren geschrieben, um weitere unangenehme Kritik zu verhindern. Auch ich wurde mehrfach davor gewarnt, diesen Blogeintrag überhaupt zu schreiben. Nicht nur weil es ein schlechtes Licht auf die Indie-Szene werfen könnte. Vor allem auch, weil ich damit gleichzeitig einen „Shitstorm“ gegen mich und einige andere Autoren provoziere, die sich mehr oder weniger öffentlich gegen diese Praktiken positioniert haben. Nun denn, ich bin ja mal gespannt, was demnächst so über mich zu lesen sein wird!

Tatsache ist allerdings, daß diese ganze gegenseitige Rezensiererei der gesamten Indie-Szene schadet, auch wenn es bislang nur einzelne Akteure sind. Es ist auch mit Sicherheit ein ‚gefundenes Fressen‘ für Verlagsautoren, denen diese ganze ‚Indie-Chose‘ sowieso ein Dorn im Auge* ist.

Viele Autoren, die in den entsprechenden Foren oder Facebook-Gruppen aktiv sind, wissen darum – und trotzdem schweigen sie. Aus der Angst vor einem solchen Shitstorm? Aus der Angst, dadurch eigene Leser verlieren zu können? Aus der Furcht, die eigene Existenz auf’s Spiel zu setzen?! Dabei geht es ja auch um den Ruf der ganzen Indie-Szene, den diese sich erst noch mühsam erarbeiten muß!

Manipulierte Verkaufszahlen – Gag mit Wirkung?

Ich komme nochmal kurz zurück auf Herrn Adam, der sich ja offenbar „erfolgreich“ in den sozialen Netzwerken positioniert hat. Dies scheint ihm aber nicht genug zu sein: sein Werk verkauft sich ja – nach wie vor – unter aller Sau. (So verhält sich Herr Adam ja auch bei Facebook – wenn es denn jemand wagt, Kritik zu äußern. Zu Recht! Was will denn der dumme Pöbel?!!)

Herr Adam* hat einen umfangreichen Fantasy-Roman geschrieben. Der perfekte „Bestseller“ in diesem Genre – das hat nur noch niemand wahrgenommen!

Damit die Leute das auch mitbekommen, muß man entsprechende Zeichen setzen, indem man das Amazon-Verkaufs-Ranking beeinflusst. Man ist ja schließlich „Bestseller„? Sowas kann man natürlich nicht alleine bewerkstelligen- aber wozu haben wir denn Facebook? Herr Adam gründet also eine neue Facebook-Gruppe.

Versehentlich (?) schreibt er dort öffentlich:

„Was wollen wir mit dieser Gruppe erreichen? […] Ein Buch steigt im Amazonranking, wenn es gekauft wird. […] Also jeder kauft an einem bestimmten Tag das gleiche Buch, bis dieses mindestens in die Top 100 gelangt. Dort wird es von den Leuten dort wahrgenommen. […] Dann ist das nächste Buch an der Reihe. Gibt es dazu noch Fragen?“

Wenig später unterläuft Herrn Adam ein weiterer Fehler: Er postet in eine öffentliche Gruppe, was wohl als interne Nachricht an seine „Geheimgruppe“ gerichtet war. Darin enthalten sind die Namen einiger weiterer Beteiligten und ein ausführlich formulierter Plan, welche Bücher zunächst manipuliert werden sollen. Woanders liest man auch von einer Liste, die hierzu existieren soll. Selbst wenn mir diese Liste nicht vorliegt: Herr Adam postet – öffentlich und ungeniert – auf seinem Facebook-Profil, welche Bücher er denn gerade kauft und wie verwunschen die Tages-Rankings denn seien. Das geht nun schon eine ganze Weile so – und alle schauen zu.

Was tun?

Die Manipulation von Verkaufsrankings dürfte genauso „illegal“ sein wie die gefälschten Rezensionen auf Amazon. Doch was kann man dagegen tun? Ich habe absolut keine Lust, den berühmten „Internet-Polizisten“ zu spielen und entsprechende Leute bei Amazon u.a. zu melden (ihre eBooks würden dann vermutlich gelöscht/gesperrt). Auch habe ich Wichtigeres zu tun, als meine wertvolle Zeit für solche Dinge zu verschwenden. Dies werden vielleicht auch viele andere Autoren so sehen, die bisher nur betreten schweigen.

Aber was man relativ leicht tun kann:

  • Entsprechende Personen bzw. Autoren direkt darauf ansprechen. Gerne kann man dabei auch auf diesen Blogeintrag verweisen 😉 Allerdings wäre es naiv zu glauben, jemand würde dies zugeben, wenn bisherige Rezensionen „gefälscht“ wurden.
  • In seinen eigenen Rezensionen erwähnen, daß man selbst als Autor tätig ist und dies auch im Amazon-Profil kenntlich machen. Darüber hinaus: Wenn man den Autor des rezensierten eBooks bereits irgendwoher kennt, wäre das auch in einer Rezension als Hinweis angebracht.
  • Grundsätzlich keine (!) „Gefälligkeits-Rezension“ mit 5-Sternen schreiben. Gerade als Autor müßte man die Werke seiner Kollegen auf einer etwas anderen Ebene „begutachten“ können, als dies der durchschnittliche Leser vieleicht tun würde. Das heißt ja nicht, daß man nicht auch mal 5-Sterne vergeben kann, wenn etwas wirklich diese Bewertung verdient.

Was fällt Euch noch ein, was man ohne viel Aufwand aktiv tun kann?

Weitere Lektüre:

  • Es gibt auch die andere Seite der Rezis. Nämlich die 1-Sterne Bewertungen von Leuten, die ein Buch einfach aus Gehässigkeit oder anderen niederen Beweggründen in der Luft zerreissen, ohne es je gelesen zu haben. In meinem Blog habe ich mich da schon ausgelassen. Das ganze Problem mit den Rezis ist, dass man sie eigentlich nicht braucht. Es sind Meinungsäusserungen, und Meinungen sind verschieden. Ich bin früher in die Buchhandlung gelatscht, habe mir die Klappentexte durchgelesen und dann ein Buch gekauft. Da stand keine Traube von Menschen vor dem Regal, um mir mitzuteilen, dass sie das Buch schon gelesen hätten und wie sie es fanden! Ich finde es immer wieder schlimm, wenn Bücher einfach verrissen werden und andere, die es vielleicht gemocht hätten, vom Kauf abgehalten werden. Zudem gibt es auch persönliche Feinde, die auf diese feige Art und Weise dem Autor eins reinwürgen wollen (ich habe zum Beispiel einen Stalker). Das ist die andere Seite der Medaille. Im Grunde wäre ich dafür, Rezis bei Amazon komplett abzuschaffen. Es gibt den „Blick ins Buch“, da kann man sich schon ganz gut ein Urteil über den Schreibstil bilden und ob man ihn gut findet. Derzeit sehe ich auch vermehrt Rezis über die Leseprobe, nicht mal das ganze Buch wurde da gelesen, aber schlecht rezensiert. Wie fair ist das dem Autoren gegenüber? Wenn es also gefakte positive und negative Rezensionen gibt – wozu braucht man sie dann überhaupt noch? Und wie ernst kann man Rezis dann überhaupt noch nehmen?
  • Das Problem beginnt bereits mit dem Begriff der „Rezension“. Wer ein paar Zeilen zum Inhalt und ein plumpes Geschmacksurteil bereits als „Rezension“ begreift, trivialisiert diesen Begriff. Genau das macht Amazon. Dieser Quatsch, der sich dort tummelt (neben tatsächlich gut geschriebenen Rezensionen, die allerdings selten sind), bekommt dann durch ein ausgeklügeltes Bewertungssystem eine derart große Relevanz, dass es zum Himmel schreit.

    Es kann nur eine Konsequenz geben: Man schreibt keine Urteile (geschweige denn Rezensionen) bei Amazon und setze über Facebook, Twitter oder andere Kommunikation darauf, dass das veröffentlichte Buch auch ohne diesen Amazon-Schnickschnack seinen Weg findet.

  • Pingback: Helfen unter Autoren – wie fair ist das? « Flyfiction Fantasy()

  • Ein guter, aber auch mutiger Artikel…. Ich bin mal gespannt, ob jetzt der Sturm losbricht, glaube jedoch nicht daran. Diese Machenschaften sind mir zwar nicht neu, aber dass es jetzt scheinbar in einem solchen Maß betrieben wird erschreckt mich schon. Ich möchte mich allerdings dazu nicht auslassen, sondern eher zum Thema Rezi allgemein:
    Was die Rezensionen angeht muss ich sagen, dass ich diese zwar lese bevor ich ein Buch kaufe, aber kaufentscheidend sind sie selten. Oft sind sie mir zu dürftig verfasst (zu 80% wird der Inhalt wiedergegeben), außerdem gibt es keinen einheitlichen Standart, wie sich die Punktevergabe zusammensetzt. Naja, das wäre auch vermutlich zuviel verlangt.
    Besonders aus letztem Grund verzichte ich auf meinem blog darauf Punkte, Mützen, Bärchen oder was auch immer zu vergeben. Ich schreibe meine Meinung, und daraus soll jeder selber lesen, wieviele Punkte das wohl sind. Einzig bei den Buchshops stellt sich mir dann doch die Frage: und nun ? 2,5 gibt es nicht… Ob das o.k. ist oder nicht: ich runde dann auf. Sollen die Anderen lästern, dass ich zu gut bewerte, ich steh dazu 😉

    Was ich auch zwiespältig sehe ist, dass in Rezis oftmals die Zielgruppe nicht bedacht wird. Ich las kürzlich ein Buch, welches ich gut fand und wunderte mich, dass ein Leser nur 2 Sterne vergeben hat. „Zu kindlich…, naiv…, schon tausendmal gelesen…, Hände weg“ und anderes stand da. Der Rezensent war aber gut 10-15Jahre älter als die Zielgruppe…. Wenn ich ein Buch für ältere Kinder lese, dann muss ich es auch als solches bewerten.
    Somit komme ich zum Thema Fairness. Denn auch die oben angesprochenen Gehässigkeits-1-Sterne-Rezis kenne ich, und ich finde es erschreckend. Kein Buch, welches ich bisher gelesen habe, hat so eine schlechte Bewertung verdient. Aber auch das ist wieder meine Meinung…..

  • Cat
    Ein mutiger Artikel – allerdings auch wirklich interessant. Irgendwer muss es ja mal sagen, oder? – Danke dafür.
    Ich bin immer wieder erschüttert darüber, wie falsch die Welt doch geworden ist. Bei Amazon wird man regelmäßig runter gemacht, wenn man eine eigene Meinung vertritt und ich bin schon über manche „Gefälligkeitsrezension“gestolpert, die eindeutig als diese zu identifizieren war.
    Dass sich allerdings nun schon solche Autorengruppen bilden… da hätte ich nicht mal dran zu denken gewagt!
    Unverschämt. Ich unterstütze das nicht.
    Auch auf meinem Portal werden Indie-Autoren rezensiert. Allerdings immer fair und ehrlich. Wenn es Makel gibt, wird das ehrlich gesagt und nichts in den Himmel gelobt, auch wenn es „Rezensionsexemplare“ sind, die einem mittlerweile fast hinterher geworfen werden.

    Danke für den aufschlussreichen Artikel!

  • Pingback: Linktipp: eBooks – Kampf den ‘falschen Rezis’ » Phantastikinsel()

  • »Rezensions-Mafia« …. Irgendwie musste ich über den Begriff doch sehr schmunzeln. Der Artikel klingt natürlich sehr reißerisch und ich frage mich, ob da wirklich eine so große Untergrundorganisation existieren soll, die ihre Fäden spinnt und das Rezensionsgeschehen lenkt. Dass sich hier und da gerne mal gegenseitig Lorbeeren zugeschoben werden, ist mir durchaus auch schon aufgefallen. Allerdings bei Weitem nicht in einem Ausmaß, dass von mafiösen Machenschaften die Rede sein kann. Ich muss dazu sagen, dass ich zwar selbst Indie-Autor bin, mich aber nicht in Indie-Kreisen bewege, weswegen ich leider nicht im Geringsten einschätzen kann, wie viel an dem, was du sagst, dran sein könnte.

    Wenn wir aber mal annehmen, dass es genauso stattfindet, wie du es in dem Artikel dargelegt hast, kommt bei mir die Frage auf, wie erfolgsgekrönt solche Aktionen tatsächlich sind. Positive Rezensionen sind toll und jeder wünscht sie sich – aber ist der Einfluss auf die Leserschaft damit wirklich so groß?
    Es gibt viele Argumente, die dafür sprechen, allerdings auch viele Gegenbeispiele. Ich bin inzwischen über sehr viele eBooks von Indie-Autoren oder auch Verlagsautoren gestolpert, deren Rezensionen nicht viel mehr als eine Ansammlung von Verrissen waren. Und das nicht irgendwo verschollen auf Seite zehn, sondern an vorderster Stelle, direkt unter dem Produkt. Zu meinem Erstaunen halten sich diese eBooks schon sehr lange in den Top 500, teilweise sogar in den Top 100.
    Leser sind also durchaus gewillt, sich ein Buch zu kaufen, dass fast ausschließlich negative Bewertungen besitzt.

    Bei meinem eigenen eBook konnte ich vor Kurzem auch eine Beobachtung machen. Ich hatte sehr lange Zeit nur fünf- und vier Sterne Rezensionen erhalten. Auf einmal kam dann eine mit drei Sternen. Kein Verriss, aber durchaus mit Stellen, die man wahrlich nicht als verkaufsfördernd einstufen würde. Wider Erwarten wurde diese Woche aber zu meinem absoluten Verkaufsrekord.

    Ich denke, dass man Leser keinesfalls unterschätzen sollte. Die meisten Menschen sind sehr wohl in der Lage, sich eine eigene Meinung zu bilden. Das ist auch genau das, was mir an der Verlagswelt so stinkt, immer dieses verbohrte Mantra: „Überschätze den Leser nicht. Drücke dich so einfach aus wie nur möglich. Reduziere deinen Plot auf das Simpelste. Mach es massentauglich.“
    Ich habe dazu nur eine Meinung: Nö.

    Organisierte Käufe, um das jeweilige eBook des „Kollegen“ in die Bestsellerliste zu bekommen, sind natürlich schon heftig. Ja, das hätte wirklich etwas von Machenschaften. Wäre natürlich genauso wie die Rezensionen (Es ist ja bekannt, dass Rezensionen oft gekauft sind) nichts Neues, es gab schon Fälle, da kauften Verlage ganze Auflagen selbst ein. Der Effekt ist dabei natürlich sehr groß.
    Um so etwas effektiv umzusetzen, braucht man aber auf jeden Fall eine größere Community. Wie groß sind diese Gruppen, von denen du berichtest? Ich kann mir irgendwie schwer vorstellen, dass das wirklich Organisationen von mehreren hundert oder gar tausend Autoren sind, sondern eher ein kleines Grüppchen, von vielleicht 40 – 100 Menschen. Natürlich reicht diese Masse aus, um das eBook für ein oder zwei Tage in die Bestsellerliste zu katapultieren. Aber reichen diese ein bis zwei Tage wirklich als Startrampe?
    Daran hege ich irgendwie Zweifel.
    Klar, wenn das Buch wirklich toll sein sollte, dann kann schon passieren, dass es dadurch zum Selbstläufer wird. Aber gerade in deinem Beispiel sprachst du von tausenden Rechtschreibfehlern und eher dürftiger Literatur. Ich denke, ein eBook wie dieses kann man pushen wie man möchte, es wird zwangsläufig wieder in der Platzierung nach hinten rutschen.

    So der Stand meiner Überlegungen. Ich bin sehr skeptisch, ob solche Machenschaften überhaupt etwas bringen. Finde es aber wirklich sehr traurig, wenn tatsächlich darauf zurückgegriffen werden sollte.

    Ich finde, dass man als Indie-Autor auch einfach Geduld haben muss. eBook einstellen und von heute auf morgen mit großem Erfolg rechnen, ist einfach komplett unrealistisch. Das dauert alles seine Zeit. Das muss sich einpendeln. Ich bin überzeugt, dass sich gute Bücher immer irgendwie durchsetzen werden. Nur braucht man dafür eben Geduld. Korruption und Manipulation ist jedenfalls der falsche Weg.

    Liebe Grüße
    Carina

  • Hanno Nehring
    Ein mutiger Blogbeitrag – Respekt! Ich wünsche dem Autor von Herzen, dass er den Shitstorm der üblichen Verdächtigen überlebt, die wie in anderen Fällen auch nun ihr gewohntes Repertoire ablassen der Verlagerung ins persönlich Beleidigende, ohne auf irgendein Argument oder irgendeinen Fakt ein zu gehen. Die behauptete Neiddebatte ganz dem Zeitgeist entsprechend sagt nichts aus über einen Autor, der im E-Book-Bereich noch gar nicht veröffentlicht hat; eigenartig, wenn das denen nicht auffällt, die offenbar bedenkenlos in diese vermeintliche, weil substanzlose, Kerbe schlagen. – Die vom Autor beschriebenen Machenschaften sind für jeden, der offenen Auges auf Amazon und Facebook durchklickt offensichtlich. Während hier darüber diskutiert wird, ob der Begriff Mafia gut gewählt war, fehlt die Würdigung der Links zu den Gesetzestexten, die deutlich machen, dass sowohl die organisierten Gefälligkeitsrezensionen als auch der Bestsellerlistenselbsteinkauf gegen geltendes Recht verstoßen. Vielen Dank an den Autoren für die Klarstellung. Darin trotz juristisch klarer Einordnung als gesetzeswidrig nur einen Kavaliersdelikt zu erkennen beantwortet nicht die Frage des Ethos der Schriftstellerei – ich persönlich habe keine Lust, Bücher eines Autoren zu lesen, der sich durch den Tausch von Gefälligkeitsrezis mit anderen Autoren völlig unglaubwürdig gemacht hat. Unter literarischer Auseinandersetzung würde ich etwas anderes verstehen wollen. Was den Bestsellerlistenselbsteinkauf betrifft ist dies natürlich nur jetzt im Augenblick auf Amazon möglich – schon in wenigen Monaten müssten diese Autoren wahrscheinlich hunderte bis tausende Bücher gegenseitig kaufen, um dasselbe zu erreichen wie zurzeit – eine alberne Erfolgsstrategie, da ohne jede Zukunft bei wachsendem E-Book-Marktanteil. – Das Image des Selfpublishing ist nicht zum Besten bestellt ganz ähnlich wie bei Autoren, die ihre Werke in einschlägig bekannten Bezahlverlagen veröffentlicht haben. Der Gemeinschaft der Selfpublisher, die zueinander stehen sollten, schaden diese eigenwirtschaftlichen Interessen einer Minderheit das Bild in der Öffentlichkeit betreffend in höchstem Maße und es wäre bedauerlich, wenn sich das Unrechtsbewußtsein nicht mehrheitlich durchsetzten würde und so Viele unter der Unseriösität Weniger zu leiden hätten.
  • „Wow. Diese Geschichte hat mich gar nicht gepackt. Ich musste mich gefühlte 150 Mal zwingen, das Buch wieder aufzuschlagen, meist habe ich es schon nach wenigen Zeilen wieder aus der Hand gelegt. Zum nächsten „Rutsch“, so habe ich mir vorgenommen, möchte ich das Buch aber fertig haben. Dann werde ich auch eine 99-seitige Rezi schreiben, in der ich beweisen will, dass ich die Tapferkeit besitze, total uninteressante Bücher zu lesen. Das Buch ist mindestens 1000 Euro wert, denn auf soviel Schmerzensgeld will ich den Autor verklagen. Stets wenn ich mich zum Weiterlesen aufraffte, sah ich hunderte von Sternen, da ich jedesmal eingeschlafen bin.“
  • (Ein Mitglied der Anti-Rezessions-Mafia)^^
  • HCH
    Liebe Leser und Kommentierende,
    Ich freue mich darüber, daß mein Artikel (auch fernab des hiesigen Kommentarbereichs) zu kontroversen Diskussionen angeregt hat – auch in Facebook-Gruppen, in denen ich den Link hierher nicht selbst ‚gepostet‘ habe. Den „Trackbacks“ ist auch zu entnehmen, daß zwei weitere Blogs sich dem Thema angenommen haben. Darüber hinaus erreichten mich auch einige Mails, daß dieser Artikel schon lange „überfällig“ gewesen sei. Ich versuche hier gesammelt auf die verschiedensten Kommentare zu antworten.

    Vorweg: ich bin etwas verwundert, wie wenig sich manche Autoren mit fremden Texten/Artikeln auseinandersetzen, bevor sie einen Kommentar formulieren … So wurde mir u.a. unterstellt, ich wolle die Indie-Szene mit diesem Artikel in ein schlechtes Licht rücken – z.B. indem ich angeblich im „Subtext“ des Artikels ausdrücke, daß Indie-Autoren per se keine „5-Sterne-Bewertung“ verdienten. Nur weil der „Protagonist“ des obigen Artikels einen offenbar wenig erfolgreichen Indie-Autor darstellt? 😀 😀 Mädchen, diese Definition von „Subtext“ teile ich nicht ganz! Wenn man dazu bedenkt, daß ich ggf. selbst als „Indie“ veröffentlichen möchte, dürfte klar werden wie unsinnig/lächerlich viele der Unterstellungen sind. Auch ist so manchen Kommentierenden offenbar entgangen, daß mein „Debütroman“ noch gar nicht veröffentlicht wurde (!) und ich mit Veröffentlichungen im Internet generell eher zurückhaltend bin. Insofern würde es auch wenig Sinn machen, mich auf diese Weise selbst „vermarkten“ zu wollen (usw. usf.). Ich hätte durchaus für größere „Schlagzeilen“ sorgen können, indem ich einzelne Personen, deren Verwicklungen in die illegalen Aktivitäten einiger „Gruppierungen“ hinreichend belegt sind, persönlich bloßgestellt hätte. So wurde das bereits in anderen Fällen getan, bei denen es auch um „falsche Rezensionen“ ging. Ich finde das albern! Und vor allem würde ich damit nur Einzelpersonen treffen – die „Mafia“ bliebe bestehen und sieht jene Personen dann als „Bauernopfer“ (oder sowas in der Art).

    Die Personen, die der sog. Indie-Szene tatsächlich schaden, gehören u.a. bestimmten Facebook-Gruppen an, welche direkt oder indirekt zu diesen im Artikel erwähnten illegalen „Aktionen“ aufrufen. Ich habe darüber geschrieben und brauche deshalb aber auch keinen virtuellen „Heiligenschein“! 😉

    Schlagwort „Mafia“: Man kann herrlich darüber streiten, ob der Mafia-Begriff in diesem Zusammenhang überhaupt angemessen sei. Einige Autoren mögen es auch nur „Interessengruppe“ (o.ä.) nennen. (Klingt schöner, nicht wahr?) Fakt ist, daß es nun innerhalb der deutschen Indie-Szene entsprechende Strukturen gibt. Und diese beschränkt sich, wie sich fast von selbst versteht, nicht nur auf Facebook-Gruppen. Aber Facebook ist toll! Dort lassen sich schnell viele neue Leute finden – Indie’s, die u.a. nach Tipps suchen, wie man schnell und sorglos sein „Buch“ erfolgreich vermarkten kann. Wie ich in einem Facebook-Kommentar bereits schrieb:

    Redet das Thema klein – die „Spitzel“ der „Rezi-Mafia“ unter uns grüßen Euch fröhlich 😉

    Es erstaunt mich auch absolut nicht, daß sich an den Diskussionen u.a. auch Personen beteiligten, die in die im Artikel geschilderten Vorgänge persönlich involviert sind (oder es aufgrund mehrerer Indizien sein könnten). Die dabei dargestellte Unschuldigkeit/Unwissenheit ist faszinierend! Trotzdem weiß eigentlich jeder der direkt Beteiligten, wovon ich hier im Artikel geschrieben habe, selbst wenn er sich besagten „Mafia“-Gruppierungen vielleicht nur aus anfänglicher Unwissenheit angeschlossen hat. Nach der ersten „Kommentarflut“ und der ersten Empörung darüber, was denn der Herr Hollbeck – dieser „Noname“ halt – sich über unwichtiges Zeug aufregt, schweigen nun bestimmte Leute plötzlich. Ob jene Personen nun kollektiv schweigen, weil sie merken, auf welch‘ dünnem Eis sie sich rechtlich bewegen? Und das sie dafür belangt werden könnten – sofern sich jemand die Mühe macht, alle Beweise fein säuberlich zu dokumentieren? Ich warte fast darauf, daß irgendwer sich diese Mühe macht! Ich nicht!

    Rezensionen allgemein: Nirgends habe ich auch nur mit einem Wort ehrliche Rezensenten oder Buchkritiker „niedergemacht“. Und seien dies selbst Autoren. Im Gegenteil – es geht ja auch um deren Ruf, der hier von Einzelnen zunichte gemacht wird. Ich zitiere hier nochmal aus einem meiner Kommentare auf Facebook für jene, die das dort nicht lesen können:

    […] Ich finde Rezi’s grundsätzlich wichtig – es ist eigentlich eines der Mittel für den Leser, eine Rückmeldung an den Autoren zu geben. Ob dort geübte Kritik oder Lobhudelei immer so zutreffend und berechtigt ist…? Ja, da haben wir es wieder: Nebenschauplatz! Ebenso uninteressant ist die Frage, ob nun die Sterne auf Amazon abgeschafft werden sollten ^^
    Lange ist es her, daß ich in eine erste Autorengruppe eingetreten bin. Ich hatte gehofft, andere Autoren zu finden, mit denen man ernsthaft und sachlich diskutieren kann. Ja, manchmal hätte ich mir sogar gewünscht, daß hier Texte „von Autor zu Autor“ besprochen würden. (Auch solche Kritik, die übrigens vernichtender ausfallen kann als jede Leser-Rezension. Wäre ja ggf. hilfreich für den jeweiligen Autoren bei der Weiterentwicklung seiner Texte? Und das, bevor ein Text auf Amazon oder sonstwo erscheint – so manchem Indie würde dies „gut“ tun. Man höre und staune: in manchem Forum fernab von Facebook wird dies – auch heute noch – getan.)
    Gefunden habe ich einen großen „Sauhaufen“ selbstherrlicher Indies, die nur eines im Kopf zu haben scheinen: Marketing, Marketing, Marketing. „Textbesprechungen“ dann eben als Amazon-Rezi u.ä.
    Jetzt werft mir nach ich habe gesagt, daß Marketing unwichtig sei. Oder daß ich alle Indies in eine große Schublade schmeiße. Wer lesen kann (…)
    Und hinter meinem Rücken – unter Annahme ich könne das nicht auch lesen? – schreibt man dann an anderer Stelle, ich wolle mich mit diesem Artikel nur wichtig machen, mich damit selbst vermarkten … lol. Herrlich – solche Sprüche bringen merkwürdigerweise immer die „richtigen“ Leute. Moment, ich muss erst mal das Grinsen wieder loswerden *schüttel*.

    Wie Hanno Nehring bereits schrieb: es widerspricht jeglichem „Berufsehtos“ eines Schriftstellers, sich solchen unlauteren Methoden hinzugeben. Was da manche Verlage tun ist noch eine ganz andere Frage über die man sich natürlich auch aufregen könnte. Darum ist es umso trauriger, wenn einige hier diese ‚gefälschten Rezis‘ verharmlosen und z.T. sich selbst damit rechtfertigen, daß „andere“ das ja auch tun. […]

    So, damit habe ich hoffentlich keinen Punkt ausgelassen, der mir noch wichtig war hier klar zu stellen. Und nun widme ich mich auch wieder wichtigeren Dingen 😉

    Der Kommentarbereich ist weiter offen und eine sachliche (!) Diskussion ausdrücklich erwünscht! Für Hassmails u.ä. gibt es auch ein Kontaktformular 😉 😀

  • Mein Lesetipp: Die Juni-Ausgabe der Computerzeitschrift Chip hat das Titelthema „Die Fünf-Sterne-Mafia“. Es geht um diverse Formen von Manipulation auf Bewertungsportalen. Man erfährt dabei auch einiges über Amazon und die Anreize für Top-Rezensenten.
    • HCH
      Danke für den Tip, werde ich auf jeden Fall mal ansehen 🙂
  • Bia
    Hmm ich bin eine von diesen Indi Autorinen, habe aber auch eine Kurzgeschichte in einem Verlag unter gebracht. ICh werde mich jedoch von solchen Machenschaften distanzieren. Ist mein veröffentlichtes buch nicht lesenswert, laut leserschaft, habe ich was grundlegend falsch gemacht. Jedoch hilft es mir es beim nächsten Mal besser zu machen. Kritiken finde ich persönlicher Hilfreicher als Beweihräucherung. Ich werde mein nächstes Manuskript in jedem Fall die ganz normale Verlagsschleife laufen lassen. Allerdings mein Debut über ein Autoren Portal geben. Als Indie muss man schon sehen, wie man Werbung sinnvoll gestaltet. Aber ich werde das nur mit dem Buch an sich machen nicht mit gekünstelten Meinungen hierzu.
  • angi
    mein ebook läuft gut und das ohne Autorenseite, ohne jegliche Werbung (weder bei Facebook, noch bei Freunden oder Bekannten, noch bei Kdp selber), im Gegenteil,eigentlich weiss kaum jemand von dem Buch (weil auch keine Zielgruppe) und obwohl ich in diversen Foren unterwegs bin, habe ich auch da nie die Werbetrommel gerührt. Lustigerweise habe ich letztens eine Rezi erhalten (von Amazon bestätigter Kauf und definitiv nicht gefaked) und da kamen genau diese Aussprüche vor, die du als „Entlarvung“ auspackst (konnte es nicht aus der Hand legen etc. ) 🙂 Muss dazu sagen, dass ich im Jugendbereich unterwegs bin und wenn ein 11 oder 12jähriger was schreibt, dann kommen solche Kommentare schon eher vor als im Erwachsenenbereich.

    Ich sehe auch genau wie S. Reineke die Gefahr der negativen Rezis aus purer Bosheit oder vieleicht auch Neid. Vielleicht bin ich deswegen auch so sparsam mit Eigenwerbung.

    • Hanno Nehring
      Hallo Angi, wie ist denn dein Autorenname und gibt es einen Link zu deinem Buch und Rezi?
    • HCH
      Es sprechen fast immer mehrere Faktoren für eine „Fake-Rezi“. Die im obigen Artikel genannten möglichen Merkmale sind natürlich keine „Zauberformel“, um nun Fake-Rezensionisten zu „entlarven“, doch *können* derartige Rezis ein Hinweis dafür sein. Ich habe mir das eBook mal kurz angesehen (Leseprobe) und auch die beiden Rezis dazu – sah nun auf den ersten Blick nicht „verdächtig“ aus für mich, auch wenn beide Rezensenten nur eine einzige Rezension geschrieben haben.

      Das Problem mit den absichtlichen Negativ-Bewertungen gibt es natürlich auch, ganz klar.

      • angi
        ich denke, auf Dauer werden Bücher mit 5-Sterne Rezis trotzdem keine Bestseller….Anfangs werden vieleicht ein paar Exemplare durch soziale Netzwerke mehr verkauft, aber dann ist das auch ausgereizt. Die Leser sind auch nicht doof. Die Leseprobe muss überzeugen. Ich persönlich freue mich, wenn mein Buch einfach gefällt.
        Wie auch immer, gefaked wird im ganzen Internet, bei Hotelbewertungen, bei Amazon und sogar bei Ärztebewertungen habe ich es schon erlebt…Traurig eigentlich, ursprünglich waren Bewertungsportale eine richtig gute Sache.
        • angi
          …ich meine natürlich mit 5-Stern Fake Rezis 😉
  • Pingback: Tipps, um echte Rezensionen von Fake-Bewertungen zu unterscheiden | eBooks-lesen.net()

  • Breumel
    Habe heute auch wieder so ein Werk gefunden – 15 Rezensionen, alle vom 11.09.2014, kein Rezensent hat mehr als 4 Rezensionen geschrieben und wenn mehr als eine Rezension geschrieben wurde waren es zumeist die gleichen Bücher. Und vor allem: Nicht einer hatte den Zusatz ‚verifizierter Kauf‘ bei der Rezension stehen… Wenn schon Fakes, dann wenigstens nicht so offensichtlich:
    http://www.amazon.de/gp/product/B00NG7IUKQ/ref=cm_cd_asin_lnk
  • Emma Solinger
    Das ist die eine Seite der Medaille. Und leider vergessen diese Autoren, dass man mit einer Leserunde, die ggf. sogar vor Veröffentlichungstermin stattfindet, ebenfalls früh an Rezensionen gelangt – und das auf ehrliche Weise.
    Dieser Post vergisst aber die andere Seite der Medaille, und das sind Neidrezensionen durch Kollegen, die einem Buch seinen Erfolg missgönnen. Und da man, um eine Hassrezension wieder auszugleichen, 5 5-Stern-Rezensionen benötigt, kann ein neidischer Autor seinem Kollegen einen wesentlich größeren Schaden zufügen, als ein „freundlicher“ Autor seinem Kollegen mit einer 5-Stern-Rezension helfen könnte.
    Schlechte Bücher fliegen auf, denn Leser lassen sich nicht verschaukeln. Auch kann man ein E-Book 7 Tage lang zurückgeben.
    Aber die ganzen Neider, die auf Facebook trollen und gezielt auf Schwachstellensuche gehen bei den Büchern ihrer Kollegen, die mögen irgendwann in der Autorenhölle schmoren! 😉
    • Dieser Post vergisst nicht diese „andere Seite der Medaille“ von neidischen „Kollegen“. Es geht nur nicht darum an dieser Stelle 😉
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